Wir sehen es tagtäglich auf Amazon: Unternehmen übertragen die Inhalte ihrer Homepage 1:1 in Ihre Produktlistings.

Das sieht dann meist so aus:

  • Bestandteile des Artikels (Überschriften, SEO-Titel, USPs) werden vom Onlineshop wahllos in die Amazon Suchbegriffe kopiert.
  • Das Produkt ist in 12 Perspektiven zu sehen, aber keine zeigt, wofür das Produkt überhaupt zu gebrauchen ist.
  • Die Artikelbeschreibung wird durch 5 geteilt und ist in den Amazon Bullet Points zu wiederzufinden.
  • Artikeleigenschaften werden nicht gepflegt – dafür finden sich alle Informationen in der Produktbeschreibung wieder.

Das Ergebnis: der Erfolg bleibt aus.

Kein Wunder, denn die Konkurrenz wächst auf Amazon von Tag zu Tag rasant.

Amazon will gepflegt und gut behandelt werden. Deshalb solltest du dem Marktplatz die Aufmerksamkeit entgegenbringen, die er verdient. Im Gegenzug belohnt Amazon, gerade unbekanntere und kleinere Marken, mit einem Sichtbarkeits- und Umsatzbooster.

Im nachfolgenden Artikel zeige ich dir die Basics der Produktoptimierung auf Amazon. Diese Grundlagen bilden die Basis eines gutlaufenden Amazon Produktes. Du wirst mehr organische Käufe generieren und deine Werbekampagnen werden besser performen.

Produktlisting für Amazon SEO optimieren

Mit dem Produkttitel für Klarheit sorgen

Ich könnte dir jetzt von Keywordstuffing, der inflationären Verwendung von Symbolen und mehr von der „guten alten Zeit“ erzählen. Amazon hat in den letzten Jahren jedoch viele Möglichkeiten der Titeloptimierung (aus gegebenem Anlass) unterbunden. Hierzu zählen:

  • Keywordstuffing (die Verwendung gleicher oder ähnlicher Begriffe)
  • dauerhafte GROßSCHREIBUNG und kleinschreibung
  • die Verwendung von Sonderzeichen
  • Werbung (Sonderangebote, Rabatte, Call-to-Action o.Ä.)
  • Preise

Wichtig jetzt zu wissen:

  • Fokussiere dich auf den Kunden und gebe ihm eine schnelle Orientierung, um was es sich bei deinem Produkt handelt (Marke, Produkt, Eigenschaften)
  • Verwende maximal 200 Zeichen.
  • Besser: Verwende 80 Zeichen für die Optimierung auf Smartphones.

Zum Glück haben wir noch andere Möglichkeiten unsere Keywords unterzubringen!

Nutze den Produkttitel dazu, deinem Kunden zu sagen, um was es sich bei deinem Produkt handelt. Um Keywords unterzubringen, haben wir andere Möglichkeiten!

Maximilian Hoheisel, Projektmanager

Die Bulletpoints nutzen

Bulletpoints sind eines der wichtigsten Elemente in deinem Produktlisting.

  • Sie befinden sich „Above-the-fold“ und sind eines der ersten Elemente, die deinem Kunden angezeigt werden
  • Du kannst viele Informationen in einen kleinen Absatz packen.

Darauf solltest du achten:

  • Du hast ca. 200-250 Zeichen pro Bullet Point. Nutze Sie!
  • Du hast 5-10 Bulletpoints (Seller vs. Vendor). Nutze Sie!
  • Beschreibe USPs, Anwendung, wichtige Eigenschaften (Kompabilität) usw.
  • Du verkaufst ein emotionales Produkt? Verwende Emojis.
  • Du verkaufst ein technisches Produkt? Verwende einfache Symbole z.B. Haken
  • Du verkaufst ein medizinisches Produkt? Verwende keine Symbole.
  • Versuche hier einen Teil deiner Keywords unterzubringen.

Ich nutze für meine Bullet Points gerne eine Mischung aus großgeschriebenen Schlagwörtern und einer kurzen Beschreibung dieser.

Maximilian Hoheisel, Projektmanager

Produktbeschreibung strukturieren und Details unterbringen

Dein Kunde möchte mehr über dein Produkt erfahren? Die Bulletpoints, Bilder konnten ihn noch nicht überzeugen?

Mit der Produktbeschreibung kannst du dein Produkt detailliert beschreiben. Gehe darauf ein, welche Vorteile dein Kunde durch dein Produkt erhält, wie dein Produkt dem Kunden hilft und wie es ihn zu einem besseren Menschen macht. Nutze gerne Storytelling und stelle deine Inhalte strukturiert und geordnet dar.

Das Zeichenlimit liegt übrigens bei 2000 Zeichen. Amazon weißt dich aber bereits in der Artikelbearbeitung darauf hin, falls du dieses überschreiten solltest.

Du kannst mit Basic-HTML-Formatierungen arbeiten, aber übertreibe es nicht.

Maximilian Hoheisel, Projektmanager

Verzichte außerdem auf:

  • Auszeichnungen, die dein Produkt erhalten hat
  • Keine Links zu deinem Onlineshop (das solltest grundsätzlich auf Amazon unterlassen)
  • Keine Angaben zur Garantie (Hierzu gibt es Richtlinien, wie diese einzubinden ist)
  • Keine Angaben zu Versand, Rückversand, Preisen o.Ä. (Dies kannst du seperat in deinem Händlerkonto pflegen)

Häufig gestellte Fragen beantworten

Beantworte häufig gestellte Fragen auf deiner Produktseite und übertrage die Antworten, falls sinnvoll, in deine Produktbeschreibung/Bullet Points.

Jede Frage, sei sie noch so trivial, solltest du kompetent und freundlich beantworten. Dies stärkt das Vertrauen in dich, als Händler, und auch andere Kunden werden dich als verlässlich und vertrauenswürdig einschätzen.

Grundsätzlich solltest du auf Kundenfokus setzen. Amazon ist bekannt geworden, durch eine unvergleichliche Fokussierung auf den Kunden und bevorzugt Händler mit einer ausgezeichneten Verkäuferleistung.

Best Practise: häufig gestellte Fragen
So sollten Antworten auf Kundenfragen aussehen! Der Verkäufer wirkt bemüht, kompetent und verlässlich – Amazon belohnt ausgezeichnete Verkäuferleistungen gern mit der Buy-Box und somit organischen Verkäufen

Rezensionen erhalten

Produktrezensionen auf Amazon sind essentiell, aber es bedarf auch harter Arbeit diese zu erhalten. Dein Kunde muss 100% überzeugt sein und auch das garantiert nicht, dass dein Kunde sich die Mühe macht, eine Bewertung zu beschreiben.

Amazon hat ein gutes Gefühl dafür bekommen, welche Rezensionen echt und welche Fake sind. Finde dich damit ab, dass bei lediglich 1-2% deiner Verkäufe eine Bewertung für dich rausspringt.

Maximilian Hoheisel, Projektmanager

Aber ich kann meiner Lieferung doch einen Flyer beilegen, der den Kunden zu einer Bewertung auffordert?

Ja, das geht – ich würde es allerdings als Grauzone bezeichnen. Amazon verbietet grundsätzlich den Kunden zu Produktrezensionen aufzufordern – sei es durch Flyer, Nachrichten oder Brieftauben. Dies nachzuvollziehen ist jedoch selbst für Amazon schwierig.

Diese Paketbeilagen bleiben eine Gratwanderung und ich möchte nicht verantwortlich sein, wenn dein Produkt deshalb gesperrt wird.

Ich habe trotzdem eine legale Möglichkeit für dich, wie du die Anzahl deiner Produktbewertungen erhöhst, und zwar: Amazon Vine. Ich habe bereits in diesem Artikel darüber geschrieben.

Amazon SEO im Backend

Auch im Backend kannst du dein Produkt verbessern. Füttere den Algorithmus mit Informationen, mit denen er dein Produkt besser einordnen kann. Das fängt mit der Auswahl der passend(st)en Kategorie an und hört bei der Wahl der Suchbegriffe auf. Ich zeige dir, auf was du achten solltest.

Produkteigenschaften pflegen (!)

Kurz gesagt: Je mehr Eigenschaften du im Artikelbackend pflegst, desto besser wird dein Produkt gefunden.

Diese Eigenschaften sind aber genauso wichtig für die User Experience deines Kunden. Woher soll der Kunde wissen, ob der z.B der Anschluss deines elektronischen Gerätes in die Steckdose des Kunden passt und ob das Kabel lang genug ist? Oder ob der Kunde gegen eine Zutat deines Lebensmittels allergisch ist?

Die Pflege der Produkteigenschaften ist eine einfache Möglichkeit, dich von der Konkurrenz abzuheben, denn: Etliche Händler pflegen diese Eigenschaften nicht, da sie sich nicht durch die Produktdatenblätter wühlen wollen.

Hausaufgaben gemacht: Die Eigenschaften des Artikels erscheinen nicht nur in der Tabelle weiter unten sondern sogar im oberen Bereich (Above-the-fold)

Suchbegriffe recherchieren und richtig eintragen

Bis zu 249 Byte an Schlüsselwörtern können im Artikel-Backend unter Allgemeine Schlüsselwörter eingefügt werden. Verwende hier die Wörter, die in deinem Listing keinen Platz gefunden haben oder unpassend waren.

Achte unbedingt auf die Zeichenbeschränkung. Tipp: Ich benutze ein kostenloses Online-Tool um die Zeichen zu zählen.

Benutze jedes Schlüsselwort nur einmal. Oder anders gesagt: Du brauchst nicht jede Kombination aus Schlüsselwörtern einfügen.

Maximilian Hoheisel, Projektmanager

Nicht: „Curry Gewürz, Curry Gewürzmischung, Thai Curry,…“

Besser: „Thai Curry Gewürz Gewürzmischung…“

Außerdem kannst du vollständig auf Satz- und Trennzeichen wie Kommas oder Ähnliches verzichten.

Produktbilder und Zusatzbilder

Hauptbilder – dein erster Eindruck

Trotz strenger Richtlinien seitens Amazon können wir das Hauptbild unserer Produkte optimieren. Ein paar Anregungen:

  • Dein Produkt besteht aus mehreren Teilen? Stelle die einzelnen Teile und das Gesamtprodukt dar.
  • Deine Freisteller wirken langweilig? Mit dezenten Schatten schaffst du einen ansprechenderen Look
  • Du verwendest die optimierten Bilder mit 100kb deiner Website? Bei Amazon kannst du hochauflösende Bilder mit einer Abmessung von 2000×2000 Pixeln verwenden.

Produktbilder sind das Erste, was dein potenzieller Kunde auf Amazon sieht. Mache mit ansprechenden und hochwertigen Hauptbildern auf dein Produkt aufmerksam!

Vorab: Die meisten Bilder auf diesem Ausschnitt sind ansprechend gestaltet – ich meine, wir befinden uns ja auch auf Seite 1. Das Produkt links oben zeigt auf einen Blick den Inhalt und die hochwertige Verpackung – beim Produkt rechts oben, vom gleichen Hersteller sehe ich Verbesserungspotential! Du auch?

Zusatzbilder – „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“

Hier wird es spannend – Die Richtlinien von Amazon sind hier lockerer und die Möglichkeiten somit quasi unendlich. Was macht zusätzliche Bilder so machtvoll:

  • die wichtigsten Information (USPs, Anwendung) können in einem Bild vermittelt werden.
  • Alle Bilder befinden sich „Above-the-fold“ und der Kunde sieht sie auf jeden Fall, sobald er auf dein Produkt klickt.
  • Die Aufmerksamkeitsspanne ist auf einem Marktplatz, wie Amazon, gering und die Ablenkungen (Konkurrenzprodukte) hoch. Mit spannenden Bildern bleibt der Fokus auf deinem Produkt.
  • Kaum Einschränkungen seitens Amazon.

Ich liebe die Möglichkeit, zusätzliche Bilder auf Amazon zu erstellen und auf dein Produkt zuzuschneiden. Diese Bilder funktionieren auch nur auf Amazon und selten auf deinem Onlineshop, denn dort hast du andere Methoden (z.B. Landingpages, eigene Sections) deine Produkte darzustellen.

Denke bei der Erstellung deiner zusätzlichen Bilder „Outside-the-Box“. Was interessiert deinen Kunden? Welche Aspekte und Produkteigenschaften sind ihm wichtig? Wie lässt sich dein Produkt kombinieren? Welche Möglichkeiten hat dein Kunde, das Produkt zu verwenden? Wie holst du deinen Kunden emotional ab?

Verwendest du Text, achte auf eine gute Lesbarkeit auf allen Geräten!

Der Hersteller verwendet zusätzlicher Bilder und Videos, um sein Produkt zu beschreiben und die Kauflust anzuregen. Dabei muss es nicht einmal perfekt durchdesignt sein. Solche Bilder können sogar mit Designapps auf dem Handy und online, per Baukastenprinzip, erstellt werden.

Fazit: Gründlich sein lohnt sich!

Das Fundament steht. Nun kannst du weitere Maßnahmen planen. Wie wäre es, wenn du deine Marke auf Amazon anmeldest und von weiteren Funktionen profitierst? Hierzu habe ich bereits einen Artikel verfasst.

Oder du setzt dich mit den Werbemöglichkeiten auf Amazon auseinander?

Du brauchst Hilfe bei der Vermarktung deines Unternehmens auf Amazon? Dann haben wir eine Landingpage zum Thema “Amazon SEO” erstellt.

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